campusWELTbewerb

Wettbewerb für globale Nachhaltigkeit an baden-württembergischen Hochschulen

CampusWELT: Decolonize it! - globale und postkoloniale Perspektiven nachhaltig verankern

Hochschule Esslingen und EpiZ Reutlingen

Kontakt: Prof. Dr. Beatrix Waldenhof, 0711-3794562, beatrix.waldenhof@hs-esslingen.de


Projektmitwirkende: Prof. Dr. Beatrix Waldenhof (Hochschule Esslingen), Dominick Kropp M.A. (Köln), Anja Nitschke B.A. (Berlin), EPIZ Reutlingen, 18 Studierende des Studienprojekts „Doing Global Justice“ im BA Soziale Arbeit/ HS Esslingen

Das Ziel des Projektes ist, Themen des Globalen Lernens und aktuelle Diskurse zu Postkolonialismus, Rassismuskritik und entwicklungskritischen Perspektiven nachhaltig an der Hochschule zu verankern und exemplarisch für die Disziplin und Profession der Sozialen Arbeit im Studienprojekt „Doing Global Justice“ in Teilprojekten mit und für die Praxis umzusetzen. Das Studienprojekt „Doing Global Justice: Internationale Dimensionen Sozialer Arbeit im Kontext entwicklungspolitischer Herausforderungen“ wurde von den Studierenden frei nach Präferenzen gewählt, erstreckt sich über zwei Semester (SoSe 2015 und WS 2015/2016) und wird seit SoSe 2015 erstmalig im Schwerpunkt International im Rahmen der „Internationalen Fachkompetenz“ angeboten. Durch die Konzeption und Durchführung einer „Multiplikator_innenausbildung“ (04/2015 - 07/2015) erhalten die 18 Studierenden zunächst die Möglichkeit, einen so geschaffenen Reflexionsraum für eigene Stereotypen, Vorurteile und eurozentrische Denk- und Handlungsmuster im Kontext ihrer bisherigen entwicklungspolitischen Erfahrungen, ihres Studiums und mit Blick auf die Umsetzung der Teilprojekte (ab 10/2015) im Studienprojekt zu nutzen. Darüber hinaus stehen bei der Konzepterstellung und Durchführung die inhaltliche Auseinandersetzung und Zusammenhänge zwischen der eigenen Profession und den Themen Postkolonialismus, Rassismus, Post-Development und Indigenisierung Sozialer Arbeit im Fokus. Die Indigenisierung Sozialer Arbeit - als fünfte Dimension der Internationalen Sozialen Arbeit - fokussiert dabei auf das Entstehen einer eigenständigen Sozialen Arbeit in den Ländern des Globalen Südens, da diese in vielen Regionen erst im Zuge der Kolonialisierung entstanden ist. Die Studierenden können somit die Potentiale einer kritischen Reflexion globaler Ungleichheitsverhältnisse nutzen und konkrete Impulse in ihren Teilprojekten umsetzen (z.B. Bildungsprojekte in der offenen Jugendarbeit /Schulsozialarbeit/ migrationssensiblen Sozialen Arbeit). Als Ergebnis soll somit bis zum 30.11.2015 ein erprobtes Konzept entstehen, dass Studierende der Sozialen Arbeit als Multiplikator_innen qualifiziert, z.B. im folgenden Studienprojekt ab März 2016 selbst Bildungsmaßnahmen im Sinne des Globalen Lernens durchzuführen. Die Konzeption und Durchführung der Multiplikator_innenausbildung entsteht im wechselseitigen Austausch zwischen Studierenden, Lehrenden, Akteuren der politischen Bildung und Zivilgesellschaft. Darüber hinaus werden die Erfahrungen und dokumentierten Konzepte im Rahmen des LAK (Landesarbeitskreis Bildung für Eine Welt Baden-Württemberg) Jahrestagung 2015 (13.-14.07.2015/Bad Urach) vorgestellt, die sich in diesem Jahr mit den aktuellen Debatten zu Globalem Lernen und Postkolonialismus sowie der Relevanz dieser Diskurse für das pädagogische Handeln beschäftigen wird.